Die Frommigkeitskultur der Maria Hueber (1653-1705) und der Tiroler Tertiarinnen: Institutionelle Prozesse, kommunikative Verflechtungen und spirituel
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Wie sich Frauen im 17. und 18. Jahrhundert der Ressource Religiositat bedienten und welche Rolle spirituelle Praktiken in ihrem Alltag spielten, gehort zu den bislang kaum beachteten Fragen der kirchenhistorischen Forschung. Sr. Anna Elisabeth Rifeser versucht in dieser kulturpraxeologischen und dezidiert gendersensibel ausgerichteten Mikrostudie dieses Forschungsdesiderat aufzugreifen und eruiert mithilfe von symboltheoretischen, sozialgeschichtlichen, netzwerktheoretischen und historisch-theologischen Methoden die Frommigkeitskultur der Tertiarinnen von Brixen und ihrer Grunderin, Maria Hueber (1653-1705), sowie zweier weiterer Gemeinschaften in Bozen und Kaltern. Beleuchtet werden dabei die institutionellen Praktiken, welche die Schwestern zur Schaffung eines neuen Typus von Ordensleben motivierten. Anschlieaend erfolgt eine gendersensible Analyse der Beziehungsverflechtungen um Hueber, die den bislang kaum beachteten Beitrag von adeligen Frauen (Matroninnen) beleuchtet. Zuletzt widmet sich dieses Werk der Jesuskind-Verehrung in diesen Gemeinschaften und bietet eine innovative Deutung dieser Frommigkeitsform auf der Basis Michel de Certeaus, mit der aufgezeigt wird, dass die Statuetten als realprasente Darstellung Jesu vielfaltige Interaktionsmoglichkeiten und nicht zuletzt ein Emanzipationspotenzial boten. Ersichtlich wird, dass sich das Frommigkeitssystem zwischen den Polen Verflechtung und Emanzipation bewegte, samtliche Bereiche des Lebens durchwob und vielfaltige kommunikative und spirituelle Ressourcen bereitstellte.

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